Mit dem Finanzinvestor Blackstone steigt neben Microsoft (im Rheinischen Revier) das nächste US-Unternehmen in den Bau von „Hyperscaler/KI“ Rechenzentren in NRW ein. Mit der Unterzeichnung eines Kaufvertrags für ein rund 27 Hektar großes Grundstück im interkommunalen Industriegebiet Westfalen, gelegen an der Grenze zwischen der Stadt Hamm und der Gemeinde Lippetal, wurde die Basis für eine Investition von rund vier Milliarden Euro geschaffen.
Ein entscheidender Standortvorteil für das Projekt ist die bereits vorhandene Infrastruktur, die den enormen Energiebedarf des Rechenzentrums decken kann. Um die langfristige Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit zu sichern, spielt zudem der Netzausbau eine Schlüsselrolle: Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion GmbH plant bis zum Jahr 2030 den Bau eines Konverters im benachbarten Hamm-Uentrop. Diese Anlage wird Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln und damit den direkten Bezug von Windstrom aus Wilhelmshaven ermöglichen. Durch diese Anbindung an regenerative Energiequellen wird die technische Voraussetzung geschaffen, das Rechenzentrum klimafreundlicher zu betreiben.
Doch trotz der enormen Investitionssumme und die in Zukunft regenerativen Energiequellen ist die finale Realisierung an verschiedene Bedingungen geknüpft. Der unterzeichnete Kaufvertrag besitzt eine aufschiebende Wirkung, was bedeutet, dass das Projekt erst nach dem erfolgreichen Abschluss der Bauleitplanverfahren und der finalen Zustimmung der kommunalen Gremien in Hamm und Lippetal endgültig gesichert ist.
Der Zeitplan sieht nun ein etwa zweijähriges Planfeststellungs- und Genehmigungsverfahren vor, in dessen Rahmen auch die Öffentlichkeit umfassend einbezogen wird. Sofern alle baurechtlichen Hürden genommen werden, ist mit einer Fertigstellung des Campus in den frühen 2030er Jahren zu rechnen.
Ein richtiger Boost für den Strukturwandel ist der Bau trotz der hohen Investition nicht. Der Betrieb von Rechenzentren erfordert nur wenige spezialisierte Fachkräfte. Allerdings bietet die langjährige Bau- und Infrastrukturphase wirtschaftliche Chancen für das regionale Handwerk und die Bauindustrie. Auch Echtzeitanwendungen, wo Millisekunden entscheiden, können im näheren Umfeld ausgeführt werden.
Wir bleiben mit einem Auge am Ball und berichten über Neuigkeiten in der Data-Center Welt. Am meisten würden wir uns natürlich über eine Invest-News eines deutschen Players in NRW freuen!
Eine Milliarden-Investition in Westfalen
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