Die Dekarbonisierung des Immobiliensektors gilt als einer der größten Hebel für das Erreichen der Klimaziele. Doch während die Hardware in Form von Photovoltaikanlagen immer effizienter wird, scheitert die Umsetzung in großen Gewerbeobjekten mit mehreren Mietern oft an der administrativen Komplexität. Hier setzt das Stuttgarter Startup Solarize an.
Die Lösung: Software als „Nebenbruch“ der Energiewelt
Solarize hat eine spezialisierte SaaS-Plattform entwickelt, die die rechtssichere Abrechnung von lokal erzeugtem Solarstrom in Gewerbeimmobilien automatisiert. In der Branche wird die Lösung oft als spezialisiertes „Nebenbuch“ bezeichnet. Die Software übersetzt Messdaten in fertige Abrechnungen und lässt sich nahtlos in die bestehenden IT-Systeme von Immobilienverwaltern und Energieversorgern integrieren.
Dieser Plattform-Ansatz löst ein Kernproblem: Bisher war der direkte Verkauf von Solarstrom an verschiedene Mieter innerhalb eines Objekts mit einem enormen bürokratischen Aufwand verbunden. Solarize reduziert diesen Prozess auf ein Minimum und macht Mieterstrom-Modelle damit auch für großflächige Gewerbeareale wirtschaftlich attraktiv.
Synergien zwischen Investor und Startup
Für Future Energy Ventures ist das Investment ein logischer Schritt in der Strategie, das Energiesystem der Zukunft aktiv mitzugestalten. FEV, das über tiefgreifende Verbindungen in die Energiewirtschaft verfügt, sieht in Solarize einen Schlüsselakteur für vernetzte Quartierslösungen.
Neben FEV haben sich auch die bestehenden Gesellschafter Point Nine Capital und Picus Capital erneut an der Runde beteiligt, was die Marktposition von Solarize unterstreicht.
Expansion und technologische Weiterentwicklung
Das frische Kapital soll primär in den Ausbau der Plattform fließen. Laut Unternehmensangaben steht die Optimierung der Schnittstellen für große Energieversorgungsunternehmen (EVU) im Fokus. Ziel ist es, die Integration in die komplexen IT-Landschaften der Energiewirtschaft weiter zu vereinfachen und Solarize als Standardlösung für gewerbliche Mieterstromprojekte in Europa zu etablieren.
Mit derzeit über 200 Kunden aus der Immobilien- und Energiewirtschaft hat Solarize bereits eine beachtliche Marktdurchdringung erreicht. Die Partnerschaft mit FEV dürfte nun die Türen zu weiteren internationalen Märkten und strategischen Kooperationen öffnen.






