Higharc sichert sich 95 Millionen US-Dollar in Series-C-Runde und startet Vorstoß in die Baustoff-Lieferkette
@highharc

Das auf US-amerikanisches Homebuilding spezialisierte KI-Unternehmen Higharc hat eine Series-C-Finanzierungsrunde in Höhe von 95 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Insight Partners, mit Beteiligung von Wellington Management sowie den Bestandsinvestoren Fifth Wall, Spark Capital, Lux Capital und weiteren. Damit steigen die Gesamtinvestitionen in Higharc auf über 170 Millionen US-Dollar.

Higharc entwickelt eine KI-Plattform, die aus einfachen Grundrissen 3D-Modelle erzeugt und anhand dieser die Materialien bestimmt, die Kalkulation übernimmt und den Bauprozess automatisiert. Kern der Technologie ist AutoTranslate AI (eine laut Higharc eigenentwickelte, proprietäre Lösung. In den Quellen wird AutoTranslate AI explizit als firmeneigene Technologie beschrieben, die proprietäre KI-Bildmodelle mit deterministischer Baulogik kombiniert), das Grundrisspläne in präzise 3D-Datenmodelle übersetzt und diese direkt mit realen Baumaterialien verknüpft.

Parallel zur Finanzierungsrunde gab Higharc eine Kooperation mit US LBM bekannt, dem größten privaten Händler für Bauholz und Baustoffe in den USA. Für die Bauindustrie wichtig: Damit erweitert Higharc seine Lösung erstmals auf Baustoffhändler, die künftig direkt aus den Bauplänen automatisiert präzise Materiallisten erstellen können bzw. übermittelt bekommen, statt sie manuell und fehleranfällig zu kalkulieren.

Marc Minor, CEO und Mitgründer von Higharc, bringt es auf den Punkt: KI verändere grundlegend, wie wir in der Bauindustrie zukünftig arbeiten (können) und Zeit- und Kostenaufwand pro Projekt senken. Die frischen Mittel sollen nun in die Skalierung der KI-Produktentwicklung fließen und die Plattform auf breitere Segmente des Hausbaumarktes ausweiten.

Wir wussten erst nicht, ob uns diese Finanzierungsrunde eine News wert ist. Immerhin weit weg vom deutschen/europäischen Markt. Aber dieser noch überschaubare Use-Case (klassische Einfamilienhäuser in USA) zeigt, wohin die Reise geht. Eine immer tiefere vertikale Integration anhand der entstehenden Daten und eine immer weitere Reduzierung von Schnittstellen und damit auch Rollen/Personal?
Wir können uns vorstellen, dass diese Entwicklung noch längst nicht am Ende ist und auch nicht beim Einfamilienhaus aufhört. Wir reden in Deutschland noch darüber, wie man aus BIM-Modellen klassische LV´s erzeugt, da wird bei Higharc schon einfach der Baustoffhändler ins System integriert und ne fast 100 Mio. Series C aufgelegt. Deshalb ist die News auch für uns wichtig und hat uns zum nachdenken angeregt.

Miguel Ebbers
Miguel Ebbers
Miguel Ebbers leitet das Kompetenzzentrum Digitalisierung/BIM der M&P und ist Leiter des Consulting-Bereichs am Standort Düsseldorf. Nach Abschluss seiner Studien in Architektur und Facility Management trat er im Jahre 2010 dem Unternehmen M&P als Berater bei. Gestartet mit funktionalen Consulting-Themen liegt sein heutiger Schwerpunkt in der Prozessberatung und der digitalen Transformation im Immobilien- und Facility Management.
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