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Apple steigt in die PropTech Industrie ein

von | 31.10.2022

Mit Apple´s Ankündigung, die Near-Field Communication (NFC) endlich für die Zugangskontrolle im Smart Building zu öffnen, könnte sich einiges ändern.

© Moca Platform / Marketing Blog

Glen Felson hat einen wunderbaren Artikel über die Möglichkeiten der NFC-Nutzung im Smart Building in der PropTech Future geschrieben https://glennfelson.substack.com/p/apple-is-entering-the-proptech-industry, welcher hier zusammengefasst wiedergegeben und mit eigener Erfahrung und Meinung angereichert wird.

Digitaler Zutritt im Smart Building

Viele Unternehmen haben in den letzten Jahren einen digitalen Zutritt in das Gebäude etabliert. Die meisten Anbieter für einen smarten Zutritt, bzw. alle die ich kenne, arbeiten mit derselben Technologie: Bluetooth Low Energy (BLE).

BLE ist eine Funktion, die standardmäßig in jedem Smartphone enthalten ist, unabhängig davon, ob es auf iOS oder Android läuft. Sowohl Apple als auch Google gestatten Entwicklern von Drittanbietern, Lösungen zu entwickeln, die ihre integrierte BLE-Funktion nutzen, was BLE zu einer idealen Technologie für den digitalen Zutritt macht. Man muss die Smart Building-Applikationen auf seinem Smartphone noch nicht einmal öffnen, sondern sich “nur” in Reichweite eines Kartenlesers befinden, schon wird die Tür entriegelt und der Zutritt gewährt. Neben mehr Komfort und einer viel sicheren Technologie (Transponder / RFID-Karten können einfach geklont werden), wird die Verwaltung von Zugangsdaten für die Mieter und Asset- bzw. Property- und Facility Manager viel einfacher. Früher musste man jeden Mitarbeiter persönlich treffen und ihm die Karte aushändigen und viel schlimmer, die Karten einsammeln, wenn dieser die Firma verlassen (oder die Karte verloren hat).

Neues Spiel mit NFC?

Die NFC-Technologie ist nicht neu, aber Apple hat ihre Verwendung immer auf ApplePay beschränkt. Android hat NFC für andere Anwendungen zugelassen, aber Unternehmen zögerten, es für Zwecke wie die Zugangskontrolle zu verwenden, da ca. ⅓ der Weltbevölkerung ein iPhone besitzt und sie davon ausgeschlossen wären. Jetzt, da Apple Entwicklern erlaubt, Zugangskontroll-Apps zu erstellen, die NFC verwenden, hat sich das Spiel geändert.

BLE vs. NFC

Beide Technologien haben Vor- und Nachteile. Der Vorteil von BLE ist die Lesereichweite. Es reicht, dass man sein Handy in der Hosen- oder Arbeitstasche hat und die Kommunikation zum Lesegerät wird ab einem eingestellten Abstand aufgebaut, der Zutritt gewährt.
Die Lesereichweite von NFC ist, ähnlich wie bei einer Zugangskarte, auf wenige Zentimeter begrenzt (manche kennen dies bei Bezahlvorgängen mit ApplePay an der Supermarktkasse. Die AppleWatch oder das iPhone sind nah an den Reader zu halten). Was Apples Ankündigung aber zu so einer großen Neuigkeit macht, ist das Apple Wallet.

Apple-Wallet

Die NFC-Technologie von Apple ist vollständig in ihre digitale Brieftasche (Apple Wallet) integriert. Die Verwendung eines digitalen Berechtigungsnachweises für den Zugriff auf ihr Büro ist nur der Anfang von Apples Vision. Letztendlich verwaltet das Apple Wallet alle ihre Schlüssel und Pässe, wie z. B. Karten zum Konzert, Boarding-Pässe, ihren Zugang zum Fitnessstudio usw. Darüber hinaus kann das Apple Wallet digitale Anmeldeinformationen für Orte speichern, die Sie auf Ad-hoc-Basis benötigen, wie z. B. ein Hotelzimmer, ein Airbnb oder einen Mietwagen. Wenn Sie das Büro eines Kunden besuchen kann ihr Besucherausweis oder digitaler Schlüssel ebenfalls gut in Ihrem Apple Wallet Platz finden.
Der große Vorteil. Sie brauchen keine Dutzenden von verschiedenen Apps. Es reicht ihr Wallet und die Karte zu dem Zugang den Sie benötigen.
Es stellt sich nun die Frage:
“Ist die Akzeptanz, im Gegensatz zur BLE-Funktion, das Handy nah an die Leseeinheit zu halten, vorhanden oder nicht?“ Denn die technologischen Unterschiede sind dem Nutzer wahrscheinlich egal.

Impact für die Smart Building Lösungsanbieter?

Ist die “Öffnung” der NFC-Technologie von Vorteil für die Smart Building Lösungsanbieter, oder disruptiert Apple auch in diesem Bereich?

Sollte Apple mit der Öffnung der NFC-Technologie das Zutrittsmanagement aus den etablierten Smart Building Lösungen herausschneiden, wäre das für die Smart Building Lösungsanbieter problematisch, da der Zutritt zum Gebäude eine grundlegende Funktion ist, die jeder Nutzer der Immobilie benötigt und sich dafür die Smart Building App herunterlädt / herunter laden muss. Das bedeutet, dass ein Key-Feature der Lösungsanbieter entfällt.
Vorteil ist eine weitere Durchdringung der Digitalisierung im Immobiliensektor, was Smart Building Lösungsanbietern, wenn sie diese Funktionen integrieren, Rückenwind gibt.

Es wird interessant, wo die Reise hingeht, wie stark Appel die Strategie der “Öffnung” der NFC-Technologie auf ihren Smartphones erlaubt, oder ob Apple selbst in den Markt einsteigt.

Aber eins ist sicher. Es wird sich was tun und wir bleiben dran.

<p>AUTOR:IN</p>Miguel Ebbers

AUTOR:IN

Miguel Ebbers
Leiter des Kompetenzzentrums Digitalisierung/BIM und Leiter Consulting der M&P am Standort Düsseldorf. Nach Abschluss seiner Studien in Architektur und Facility Management trat er im Jahre 2010 dem Unternehmen M&P als Berater bei. Gestartet mit funktionalen Consulting-Themen liegt sein heutiger Schwerpunkt in der Prozessberatung und der digitalen Transformation im Immobilien- und Facility Management.

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