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Updates beim “Spot” und neue Konkurrenz?

von | 25.07.2022

Schaffen es die “Roboter-Hunde” nun auf die Baustelle und ins Facility Management?

© Boston Dynamics

Der Roboterhund Spot wird ständig weiterentwickelt und heute in einigen Anwendungsszenarien eingesetzt bzw. erprobt, u.a. bei der New Yorker Polizei (ein kritischer Artikel zum Einsatz, bzw. wo der Hund erprobt wurde gibts hier). Auch die NRW-Polizei testet ihn und demnächst soll er beim Räumen von Minen in der Ukraine unterstützen.

Im Facility Management beschäftigt sich im deutschsprachigem Raum die Phoenix Contact, ECE und Security Robotics mit dem Einsatz des Spot. Zum Einsatz kommt der Spot bei der Aufnahme/Scan von Gebäuden, täglichen Rundgängen und der Erkennung physischer und mechanischer Schäden oder bei der Überwachung von Außenbereichen.

Die Aufzählung ist sicherlich nicht vollständig, doch die weltweit rund 400 verkauften Exemplare des Roboterhunds (laut Boston Dynamics, Stand Anfang 2021) sprechen natürlich nicht dafür, das Spot reihenweise die Entscheider überzeugt hat.

Technische Verbesserungen beim Spot

Doch in Zukunft könnte die Liste der Einsatzmöglichkeiten länger werden. Boston Dynamics hat Verbesserungen an der Kamera und Konnektivität des seit 2019 erhältlichen Spot angekündigt und umgesetzt:

    • Die Kameras liefern neben der räumlichen Erfassung künftig auch herkömmliche Farbbilder. Das erleichtert die Fernsteuerung.
    • Bisher wurde der Spot per klassischer “Spielekonsole” gesteuert. Das ist nun per acht Zoll Tablet mit Toucheingabe möglich.
    • Mit einer neuen Ladestation kann der Akku innerhalb einer Stunde wieder aufgeladen werden.
    • Auf seinem Rücken kann der Spot schon heute einen Knickarm, Sensoren oder Kameras aufnehmen. Dies wird erweitert um Prozessoren zur Optimierung von Aufgaben im Bereich des maschinellen Lernens und einem KIT zur Verbesserung der Konnektivität (Nutzung in Bereichen ohne Mobilfunkausstattung. Kommt im Gebäude/Keller ja manchmal vor;)).

Boston Dynamics bleibt also dran und verbessert ständig Software, zusätzliche Hardware und Prozessoren. Aber reicht das um ein “Massenprodukt” zu werden und auch im Bau- und Facility Management den Einsatz signifikant zu erhöhen? Denn zu den möglichen Anwendungen gibt es noch ein anderes wichtiges Kriterium: „Der Preis!“ Und hier schlägt der Spot mit rund 75.000 € ordentlich zu.

Kriegt der Spot Konkurrenz?

Doch hier gibt es seit Ende letzten Jahres eine echte Discounter-Lösung! XIAOMI stellte im August 2021 seinen Cyber-Dog vor, welcher äußerlich dem Spot sehr ähnlich ist. Anders als der Spot soll der Cyber-Dog neben industriellen auch an private Kunden verkauft werden. Bei einem Preis von rund 1.300 € ist das natürlich auch eher möglich. Wofür der Cyber-Dog zu nutzen ist, da hat man bei XIAOMI, im Gegensatz zu Boston Dynamics, noch keine konkreten Vorstellungen. Der Cyber-Dog startet als Open-Source-Projekt und ist erstmal auf 1.000 Exemplare begrenzt und wird auch nur in China verkauft. Es sollen also die ersten Fans/Besitzer Anwendungen für den Cyber-Dog finden.
Ein Video mit ersten Eindrücken zum Cyber-Dog gibt´s hier:

Etwas teurer aber mit 2.700 US-Dollar immer noch eine ganz andere Preiskategorie bekommt man einen „Unitree Go1“. Der Unitree hat schon einige Features wie den Z1 Greifarm und wirkt ausgereifter als der Cyber-Dog. Hier ein Video vom Testing von „Unitree Go1“ Hunderobotern in ihrer Fabrik in China.

Preislich gehts also nach unten und neue Konkurrenz positioniert sich. Wir sind gespannt, ob das einen Effekt auf die Branche hat und wir demnächst mit Roboterhunden dem Fachkräftemangel entgegnen. Oder ob es und bei ersten Piloten bleibt? Wir bleiben dran und berichten.

<p>AUTOR:IN</p>Miguel Ebbers

AUTOR:IN

Miguel Ebbers
Leiter des Kompetenzzentrums Digitalisierung/BIM und Leiter Consulting der M&P am Standort Düsseldorf. Nach Abschluss seiner Studien in Architektur und Facility Management trat er im Jahre 2010 dem Unternehmen M&P als Berater bei. Gestartet mit funktionalen Consulting-Themen liegt sein heutiger Schwerpunkt in der Prozessberatung und der digitalen Transformation im Immobilien- und Facility Management.

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