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Julian Lühe aus Hessen wird Vize – Europameister in der Wettbewerbsdisziplin „Digital Construction“

von von Dill M. Khan und Miguel Ebbers

Die EuroSkills in Danzig fanden vom 6. bis 8. September 2023 auf fachlich höchstem Niveau statt und verlangten den 576 Wettkampfteilnehmern aus 32 europäischen Nationen alles ab. Die Europameisterschaft der Berufe fand erstmals in Polen statt und setzte damit gleichzeitig ein starkes Zeichen für den europäischen Frieden.

Foto: WorldSkills Germany / Frank Erpinar

Die Deutsche Berufe-Nationalmannschaft holt bei der EM der Berufe in Danzig 5x Gold, 9x Silber, 1x Bronze und 8x Exzellenzmedaillen. Damit hat das Team Germany sein bestes Ergebnis bei einer Europameisterschaft erreicht und stellt damit das hohe Niveau der beruflichen Bildung in Deutschland unter Beweis.

Unter den Siegern ist auch Julian Lühe Stockstadt am Rhein in Hessen. Er ist Vize-Europameister in der Wettbewerbsdisziplin Digital Construction geworden. Julian studiert an der Hochschule Darmstadt Bauingenieurwesen.

„Ich bin stolz darauf, den zweiten Platz erreicht zu haben und mich im Wettbewerb mit anderen Teilnehmern*innen aus verschiedenen Nationen gemessen zu haben. Die Silbermedaille zeigt das hohe Niveau der Aus- und Weiterbildung, die wir genießen durften“, berichtet Julian Lühe nach dem Gewinn der Silbermedaille.

Foto: Links Vize – Europameister Julian Lühe, rechts Bundestrainer Dill Khan

Die Teilnehmer*innen haben drei Tage lang die verschiedensten Aufgaben aus dem Bereich der Baudigitalisierung bewältigt. Wesentliche Inhalte des Wettbewerbs sind das Interpretieren eines Kundenauftrages, das Modellieren und die Koordination von Modellen, modellbasiertes Kosten und Zeitmanagement sowie digitales Baustellenmanagement in Theorie und Praxis. Der Wettbewerb wurde entwickelt, um die praktischen Fähigkeiten zur Verbesserung des Prozesses der Bereitstellung und des Betriebs der gebauten Umwelt widerzuspiegeln. Bei der Erarbeitung des geforderten Modells müssen die Teilnehmer*innen ausgehend von den Vorlagen Architekturmodelle bis zur 5D-Anwendung erstellen, die BIM-Standards der EN ISO 19650-1 und 19650-2 vollständig verstehen und ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in verschiedenen Situationen praktisch anwenden können.

Foto: WorldSkills Germany / Frank Erpinar

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„Unser Anliegen ist es, die Teilnehmenden auf die Herausforderung der Digitalisierung im Bauwesen, auf den verantwortungsvollen Umgang mit der digitalen Transformation und auf die sich verändernden Rollen der Akteur*innen am Bau vorzubereiten“, erklärt Dill Khan, Bundestrainer in der Wettkampfdisziplin Digital Construction und BIM Consultant. „Der Begriff Corporate Social Responsibility (CSR) prägt seit Jahren die Wirtschaft. Deshalb haben wir auch soziale, gesellschaftliche und ökologische Themen in Bezug auf die Digitalisierung im Bauwesen diskutiert, um den Horizont der Teilnehmenden über die Anwendung von Programmen hinaus zu erweitern.“

Dabei wurde auch die Weiterentwicklung von CSR zu Corporate Digital Responsibility (CDR) verdeutlicht, um den Teilnehmenden ein Bewusstsein dafür zu vermitteln, dass eine stetige Weiterbildung aufgrund sich schnell verändernder Berufsbilder, der verantwortungsvolle Umgang mit KI und der Klimawandel samt Reduktion des CO₂-Ausstoßes notwendig sind.

„Die Bauindustrie gilt als ein Motor der deutschen Volkswirtschaft und damit das so bleibt, muss sich auch die junge Generation all den genannten Herausforderungen stellen“, betonte Dill Khan.

„Mit dem Belegen des zweiten Platzes bei den Europameisterschaften haben wir bewiesen, dass wir im Bereich digital construction europaweit vorne mitmischen können. Vieles ändert sich in der Aus- und Weiterbildung durch die Digitalisierung. Die Berufsschulen, die Hochschulen und die Universitäten stehen in der Pflicht, auf diese Veränderungen vorausschauend durch das Entwickeln neuer Denkweisen in der beruflichen und akademischen Bildung zu antworten, um die Konkurrenzfähigkeit der Jugend zu gewährleisten“, fordert Dill Khan. „Hierfür müssen die junge und die alte Generation der Lehrenden Hand in Hand arbeiten. Wir müssen reden, ausprobieren und uns vorurteilsfrei den digitalen Themen annehmen.“

<p>AUTOR:IN</p>Dill Khan

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Dill Khan

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